Luftdichtigkeits-Prüfung (BlowerDoor-Test)

Als Luftdichtigkeitsprüfung (umgangssprachlich BlowerDoor-Test) versteht man das Überprüfen der Gebäudehülle und ihrer Bauteile auf etwaige Undichtigkeiten.

9 Gründe für ein Luft-dichtes Gebäude
(siehe unten)

Der Test wird mit einem starken Ventilator, welcher eine Druckdifferenz zwischen Außenluft und Gebäudeinnerem herstellt, durchgeführt. Je größer die Undichtigkeiten in der Gebäudehülle bzw. an den einzelnen Bauteilen, umso mehr Luft entweicht. Durch den Einsatz von entsprechenden Messgeräten wird der Luftstrom ermittelt und die Größe der Undichtigkeit gemessen und in einem Protokoll festgehalten.

Wir prüfen die Dichtheit einzelner Räume, einzelner Wohneinheiten, von Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie Gewerbehallen, Schulen, Verwaltungsgebäude, Industriegebäude nach EnEV, DIN 4108-7, DIN V 18599 überwiegend im Raum Tübingen, Reutlingen, Stuttgart, Böblingen aber auch in ganz Baden-Württemberg.

Ein BlowerDoor-Test kann als baubegleitende Maßnahme oder einmalige Prüfung im Neubau durchgeführt werden. Wir empfehlen grundsätzlich die baubegleitende Maßnahme da dadurch bereits frühzeitig etwaige Mängel aufgedeckt werden können und so kostengünstig behoben werden können.

Gleiches gilt für die Modernisierungen bzw. Sanierungen.

Ebenfalls kann eine Luftdichtigkeitsprüfung als Qualitätssicherung für Handwerker eingesetzt werden um ihre Leistung gegenüber anderen am Bau beteiligten Handwerker als mangelfrei zu bestätigen.

Aktuell gibt es zwei Prüfverfahren:

  • Verfahren A = Prüfung des Gebäudes im Nutzungszustand
  • Verfahren B = Prüfung der Gebäudehülle

Mit Einführung der EnEV 2014 wurde auch das Prüfverfahren für Luftdichtheitsprüfungen neu geregelt und Verfahren B zum anzuwendenden Verfahren erklärt.

Ab 1. Mai 2014 werden Gebäude daher grundsätzlich nach Verfahren B überprüft um eine generelle Vereinheitlichung bei der Durchführung von Luftdichtheitsprüfungen zu erreichen.

Der Unterschied zwischen Verfahren A und B liegt in der unterschiedlichen Gebäudevorbereitung (temporäre Abdichtungen).
Absichtlich vorhandene Öffnungen der Luftdichtigkeitsebene (Lüftungsanlage, Dunstabzugshaube,…) werden bei Verfahren B beispielsweise abgedichtet.
Im Verfahren A wird die Luftdichtigkeitsebene im tatsächlichen Nutzungszustand geprüft. Also keine Öffnungen abgedichtet.

 

Grenzwerte der Luftwechselrate

Grenzwerte des n50-Wertes:

Gebäude mit natürlicher Lüftung:
n50  ≤  3,0  [ h-1 ]

Gebäude mit raumlufttechnischer Anlagen:
n50  ≤  1,5  [ h-1 ]

Passivhäuser:
n50  ≤  0,6  [ h-1 ]

Abweichend gilt für Wohngebäude und Nichtwohngebäude mit einem Luftvolumen mehr als 1500 m³ die hüllflächenbezogene Luftwechselrate q50.

Der max. zul. q50-Wert beträgt hier nach EnEV 2014 Anl. 4:

bei Gebäuden ohne raumlufttechnische Anlagen:
≤ 4,5 m³/m²h

bei Gebäuden mit raumlufttechnischen Anlagen:
≤ 2,5 m³/m²h

Folgende Luftwechselraten ermitteln wir für Sie:

  • n50 Wert – volumenbezogene   Luftdurchlässigkeit
  • w50 Wert – nettogrundflächenbezogene   Luftdurchlässigkeit
  • q50 Wert – hüllflächenbezogene   Luftdurchlässigkeit

Hierzu ist es notwendig, dass das beheizte Raumvolumen, die beheizte Grundfläche und die beheizte Hüllfläche des zu untersuchenden Gebäudes angegeben werden. Alternativ berechnen wir ihnen die entsprechenden Werte.

 

9 Gründe für ein Luft-dichtes Gebäude:

  • Geltendes Regelwerk (EnEV, DIN 4108-7, DIN EN 13829)
  • Energieverbrauch:   durch ein Luftdichtes Gebäude senken Sie erheblich ihren Energieverbrauch
  • Wohnbehaglichkeit:   Reduzierung von Zugluft und schädlichem Abkühlender Oberfläche an Bauteilen durch unkontrolliertem Luftwechsel
  • Lüftungsanlagen:   bei Lüftungsanlagen kann durch eine falsche oder gar fehlende Luftdichtigkeitsebene das Lüftungskonzept ausgehebelt werden was wiederum zu Schäden am Gebäude führt
  • Luftwechsel im Gebäude:   durch Undichtigkeiten innerhalb eines Gebäudes können Gerüche in andere Räume übertragen werden
  • Schadstoffbelastung:   die Luftdichtung muss bei Leichtkonstruktionen das Eindringen von Schadstoffen aus der Dämmung und der Umwelt verhindern (Mineralfasern, Stäube, Pollen, Sporen, Gerüche, u.a.)
  • Schallübertragung:   durch eine Luftdichtes Gebäude erhöht sich der Schallschutz; andersherum kann bei einer mangelhaften Luftdichtigkeitsebene der Schallschutz erheblich sinken
  • Brandschutz:   durch Undichtigkeiten (Steigsträngen, Steckdosen, Trennwände, etc.) kann sich Rauch innerhalb des Gebäudes schneller ausbreiten und so zu weiteren Schäden führen
  • Bauschäden/Schimmelpilzbildung:   durch feuchte Innenluft kann es an Undichtigkeiten an kalten Tagen zu einem Kondenswasser Ausfall kommen, was erhebliche Bauschäden (vor allem im Holzbau) verursacht. Einhergehend mit den Bauschäden ist in diesem Fall oft die Bildung von Schimmelpilzen, was wiederum oft erst nach Jahren festgestellt werden kann.

 

Nicht fachgerecht eingebaute, nicht richtig verklebte oder durch nachträgliche Arbeiten zerstörte Dampfsperren sind meistens die Ursache. Natürlich gibt es noch viele andere undichte Stellen im Haus (Fenster, Türen, Steckdosen, Wandanschlüsse zum Dach, Dachflächenfenster, u.v.m.).

Bauschäden sind meistens erst nach mehreren Jahren erkennbar und nur mit sehr kostenintensivem Aufwand zu beheben. Eine Luftdichtheitsprüfung Ihrer Gebäudehülle ist dagegen mit einem relativ geringen Aufwand durchführbar.

Aus diesen Gründen empfehlen wir jedem Bauherren eine qualitätssichernde Überprüfung (Neubau, Sanierung, Kauf von Gebäuden,…) der Luftdichtigkeitsebene an seinem Gebäude mittels eine Luftdichtigkeitsprüfung.

Sie wollen mehr wissen? Dann kontaktieren Sie uns doch einfach und wir melden uns bei ihnen und beraten Sie Individuell.